ambivalenz avanciert
(Text: Architekturzentrum Wien, M. Frühwirth, G. Kaiser)
postmodernität als kultureller zustand wurde in der architekturszene meist banal rezipiert. weichlbauer / ortis zählen in österreich zu den wenigen planern, die das postmoderne prinzip der ambivalenz als lebensform und arbeitsmethode auf dem intellektuellen niveau der zeit zu praktizieren versuchen. sie sind wohl mit (fast) allen wassern der chaostheorie, der fuzzy logic, der computer-, wissenschafts- und architekturtheorien gewaschen. sie hüten sich aber bewusst vor den naheliegenden extremen: vor jenem extrem, das solche instrumentarien gegen deren inhärente logik kehrt, indem sie diese im sinne konventioneller modernität zur kreation "innovativer" formen oder neuer "stile" beansprucht; und vor dem anderen, das die subjektive entscheidung oder intuition gleich gänzlich aus dem formfindungsprozess eliminiert sehen will.
weichlbauer / ortis leben die doppelkodierte existenz, der eine als leiter einer baufirma, der andere als lehrer an einer baufachschule, um sich als team in parallelexistenz periodische ausflüge in die konzeptionelle architektur zu "leisten". das wissen um den "fraktal bestimmten raum" drängt in ihrem verständnis nicht zur suche nach "fraktalen" formerfindungen, sondern befähigt zu einem neuen, offeneren sehen und ordnen von einflussfaktoren und realitätsebenen. [...]
zurück zur Auswahl
|